| Web-Befragungen über das World-Wide-Web
realisierte Fragebogenuntersuchungen erfreuen sich zur Bearbeitung der
unterschiedlichsten Fragestellungen in der Psychologie sowie verwandter
sozialwissenschaftlicher Disziplinen wachsender Beliebtheit. Wie auch bei klassischen
selbstadministrierten Fragebogenuntersuchungen ist bei allen Web-Befragungungen damit zu
rechnen, daß von einem Teil der potenziellen Befragten entweder überhaupt keine Angaben
vorliegen bzw. nicht alle der insgesamt gestellten Fragen beantwortet werden. Diese
´Nonresponse´-Problematik bildet den Ausgangspunkt des Buchs und führt zur zentralen
Fragestellung: Wie läßt sich die (teilweise)
Nicht-Partizipation an Befragungen vorhersagen bzw. psychologisch sinnvoll erklären?
Während in der klassischen Umfrageforschung die meisten
Arbeiten zum Nonresponse einer behavioristischen Logik folgen, die kaum Schlußfolgerungen
über die der (Nicht-)Teilnahme an Befragungen zugrundeliegenden psychologischen Prozesse
zuläßt, liegt hier ein Versuch einer handlungstheoretischen Modellierung des
Partizipationsverhaltens vor. Web-Befragungen bieten dabei einen besonders geeigneten
Zugang zur Thematik, denn diese liefern weitaus zuverlässigere und detailliertere
Einblicke in die ´Black-Box´ des Partizipationsprozesses als klassische
selbstadministrierte Befragungsverfahren.
Im Rahmen von insgesamt vier empirischen Studien wurde
untersucht, inwieweit unterschiedliche Formen der (Nicht-)Teilnahme an Web-Befragungen
vorhersagbar und erklärbar sind. Die theoretische Grundlage bildete die ´Theorie des
geplanten Verhaltens´ von Icek Ajzen, erweitert um einige dem Verhaltensbereich
(Non)Response angemessene Determinanten und Moderatoren.
Darüber hinaus wird ein Überblick zu den folgenden Themen gegeben:
- Verfahren der Teilnehmerrekrutierung und Stichprobenziehung
für Web-basierte Befragungen
- Formen des (Non)Response bei Web-Befragungen
- Erklärungsansätze für (Non)Response
- (Non)Response und handlungstheoretisch fundierte Persuasion
- Zur Bedeutung der ermittelten Befunde bei der Auswahl von
Verfahren zur Substitution bzw. Elimination fehlender Angaben
Zielgruppe: Psychologen (insbesondere aus den
Bereichen Forschungsmethoden, Sozialpsychologie, Differenzielle Psychologie), empirisch
orientierte Soziologen und Politologen sowie Markt- und Meinungsforscher. |